Stau im Feierabendverkehr auf der Autobahn - aus der Vogelperspektive fotografiert.

Der Mensch und das Klima verändern immer weiter den Planet Erde. Welche Auswirkungen es hat, wenn die Natur immer weiter zur Infrastruktur entwickelt wird, sehen Sie in dieser Themenwoche von "Wissen und mehr".

Montag, 15.11.2021, 07:10 Uhr

Johann Gottfried Tulla und die Begradigung des Rheins
SWR 29'32''

Die Herausforderung war immens: Er wollte den wichtigsten Fluss Europas zähmen, den Rhein. Gut 200 Jahre nach Beginn der Bauarbeiten zur Rheinbegradigung erzählt der Film vom Lebenswerk des badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla.

Tulla sollte Pfarrer werden, aber ein Lehrer erkannte seine naturwissenschaftliche Begabung. Mit Förderung des badischen Landesherrn wurde er zum Ingenieur ausgebildet. Besonders interessiert war Tulla am Wasserbau. Er brachte das größte und vielleicht mutigste Bauprojekt Europas auf den Weg: die Begradigung des Rheins. Mit diesem Projekt veränderten sich die Landschaft und die Gesellschaft entlang des Flusses. Die Zeit der großen Überschwemmungen, die Seuchen und Hungersnöte auslösten, war damit vorbei. Dass die Rheinbegradigung auch ökologische Folgen haben würde, überblickte damals niemand.

Dienstag, 16.11.2021, 07:15 Uhr

Küstendynamik an der Nordsee
aus: Geo-Tour  
SWR 29'41

Die Küste der Nordsee ist dem rauen Spiel der Naturgewalten schutzlos ausgeliefert. Im Norden Dänemarks zerstören Niederschlag und nagende Brandung ein eiszeitliches Kliff. Wie repariert man norddeutsche Sandstrände, die bei Stürmen ins Meer gespült werden? Setzt obendrein der Klimawandel der Nordseeküste schon heute zu? Wissenschaftler untersuchen neue Hinweise darauf: Am deutschen Wattenmeer sind die Folgen des Klimawandels im Sommer bereits für Tausende Küken und Gelege von Brutvögeln fatal. Sie ertrinken im Hochwasser, wenn Starkwind und Springflut zusammenkommen.

Filmstill aus "An der Nordseeküste" - Norwegen

Mittwoch, 17.11.2021, 07:15 Uhr

Fisch und Gemüse aus Berlin 
    aus: Big Cities
SWR 14'54''

AquaTerraPonik - das ist Fisch- und Gemüsezucht kombiniert in einem geschlossenen Wasserkreislauf. Die Fische produzieren Dünger für die Pflanzen, die Pflanzen reinigen das Wasser wieder für die Fische. 2013 hat das Berliner Start-Up "TopFarmers" mit dem Projekt begonnen. Seit Frühjahr 2016 treten die "TopFarmers" mit der größten AquaTerraPonik-Anlage Europas den Beweis an, dass das System wirtschaftlich rentabel sein kann. Das Ganze soll langfristig auch auf Flachdächern umgesetzt werden. Eine Chance - nicht nur für Berlin, sondern für viele Metropolen weltweit!

Ein Dorf in Berlin 
aus: Big Cities
SWR 14'48

Der Rundling ist ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Berlin-Johannisthal. 62 Großstädter haben hier ein Gegenmodell zum anonymen Großstadtleben in der Hauptstadt verwirklicht. Die Idee stammt vom Berliner Architekten Harald Zenke, der selbst im Rundling lebt. Nicht nur gemeinsam, auch ökologisch wird hier gewohnt: Die 20 Häuser sind größtenteils aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Holz, Lehm und Stroh gebaut. Ein ausgeklügeltes Energiekonzept ermöglicht es außerdem, alle Häuser mit Heizenergie, Warm-, Kalt- und Brauchwasser, sowie Strom zu versorgen.

Donnerstag, 18.11.2021, 07:15 Uhr

Stadt - Land - abgehängt?  
aus Respekt    
BR 28'45''

Ländliche Regionen gelten vielfach als abgehängt. Und gerade für Jugendliche hat das Land anscheinend kaum etwas zu bieten: weniger Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, schlechtere Infrastruktur, weniger Kontaktmöglichkeiten als in größeren Städten. Aber nicht überall in den ländlichen Regionen fühlen sich die Bewohner:innen abgehängt. Manche Gegenden prosperieren und besitzen eine sehr gute Infrastruktur. Und es gibt Menschen, die sich – gerade in Zeiten von Homeoffice und Lockdown – wieder danach sehnen, aus der Stadt aufs Land zu ziehen.

Das Bankenviertel in der Frankfurter Innenstadt (picture alliance / Geisler-Fotop)

Freitag, 19.11.2021, 07:15 Uhr

Zuwanderung - Gewinn oder Verlust?
aus Respekt    
BR 28'10''
Deutschland ist ein Einwanderungsland. In diesem Fakt sehen manche eine große Bedrohung, andere Chancen oder die notwendige Lösung vieler Probleme. Wie realistisch sind die Hoffnungen, wie begründet die Ängste?

Ist Zuwanderung an allem Schuld?

Wer pauschal Zuwanderung ablehnt oder als DIE Ursache für soziale Probleme ansieht, macht es sich zu einfach. Vor allem in Krisenzeiten, wo viele Menschen in Not geraten, suchen sie nach "Schuldigen". So wächst die Ausländerfeindlichkeit. Gerade auf dem Land, in wirtschaftschwachen Regionen, ist die Ablehnung von Migrant:innen besonders groß. Aber nicht, weil die reale Bedrohung, etwa durch Konkurrenz am Arbeitsmarkt, so stark ist. Denn Migrant*innen gibt es auf dem Land kaum welche. Sondern weil sich dort viele abgehängt und von der Politik ungerecht behandelt fühlen.