Eine offene Hand, die eine kleinen Pflanze hält

Was tut sich eigentlich in unseren Wäldern? Und was in der Welt der Insekten? Wie können die Naturparadiese der Zukunft in Norwegen, in der Schweiz oder in Ecuador aussehen? "Wissen und mehr" stellt die unterschiedlichen Entwicklungsszenarien unserer Umwelt vor.

Montag, 07.03.2022, 07:20 Uhr

Nördlicher Odenwald im Herbst, der Wald zeigt sich von seiner bunten Seite. Teils sind aber auch die Schäden der verganenen trockenen Sommer zu sehen.

Was tut sich eigentlich in unseren Wäldern?
MDR 14'17''

Unsere Wälder sterben, wir können es mittlerweile alle sehen. Etliche Forscher und Forscherinnen wollen dabei helfen diesen Prozess aufzuhalten - und sie sind mit ihren Ideen erfolgreich!?

Naturparadiese mit Zukunft
Norwegen: Rückkehr zu den Enteninseln

WDR 11'54''

Im Vega-Archipel, hoch im Norden Norwegens am Polarkreis, ist die Natur karg. Die Menschen lebten hier jahrhundertlang als Fischer und Bauern und sind mit wilden Eiderenten eine einmalige Partnerschaft eigegangen.
Der Vega Archipel mit seinen über 6000 Inseln ist das Reich der Eiderenten. Sie kommen jedes Jahr hierhin, um in den flachen Gewässern Nahrung zu finden und sich zu paaren. Doch auf den kahlen Inseln sind ihre Eier und Küken auch immer dem Wetter und Fressfeinden wie Möwen und Adlern ausgesetzt.
Die Inselbewohner*innen bieten den Enten einen einmaligen Schutz: Schon seit hunderten von Jahren bauen sie unzählige Verschläge aus Treibholz, kleine Häuser aus Stein und Nistplätze unter ihren Wohnhäusern. Dort können die Vögel sicher brüten.
Als Gegenleistung ernten die Menschen am Ende der Brutsaison die kostbaren Eiderdaunen, mit denen die Enten ihre Nester ausgepolstert haben. Die Federn sind wegen ihrer extrem hohen Isolationskraft und der großen Haltbarkeit ein begehrter Rohstoff. Es braucht Daunen aus 60 bis 70 Nestern, um eine Daunendecke zu füllen, die dann für mehrere Tausend Euro verkauft wird.
Diese Lebensweise, die auch die Natur der Inseln geprägt hat, ist in Gefahr. Denn das Leben im Archipel ist einsam und hart. In den vergangenen Jahrzehnten haben die meisten Bewohner*innen die Inseln verlassen. Nur noch wenige von Ihnen kümmern sich im Sommer um die Enten. Doch es gibt Hoffnung: Seit 2004 ist Vega wegen der einmaligen Symbiose von Mensch und Tier UNESCO Welterbe - und eine neue Generation junger Norweger*innen engagiert sich im Archipel.

Dienstag, 08.03.2022, 07:20 Uhr

Insekten in Gefahr

Was tut sich eigentlich in der Welt der Insekten?
MDR 14'18'

Rund 30 000 Insektenarten gibt es in Deutschland. Genau weiß das niemand, Messdaten gibt es nur von wenigen Orten. Ein einzigartiges Projekt will das ändern und sucht sie an unterschiedlichsten Orten.

Naturparadiese mit Zukunft
Schweiz: Einsatz für die Alpenwiese

WDR 11'29''

Die Schweizer Alpen sind eine der grandiosesten Landschaften der Welt. Es gibt hier eine enorme Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Neben Gämsen und Murmeltieren findet man seltene Pflanzen wie Edelweiß und Enzian. Im Sommer verwandeln sich die Almen in ein buntes Blumenmeer. Für viele ist diese Bergwelt "Natur pur".
Doch dieses Almwiesenparadies stammt aus Menschenhand. Nur weil Bergbauern seit Jahrhunderten ihr Vieh in die Berge treiben, konnte dieses besondere Mosaik aus Wiesen, Wäldern und Felsen entstehen. Ohne Beweidung würden die Wiesen in wenigen Jahrzehnten von Gebüsch und Wald überwuchert werden. Pflanzen, Insekten und Vogelarten würden verschwinden, Natur und Urlaubslandschaft gingen verloren.
Und genau diese Entwicklung droht. Das Leben der Bergbauern ist hart, viele geben ihre Höfe auf. Andere bleiben, treiben aber die Tiere im Sommer nicht mehr auf die Alm. Der Wald dringt immer weiter vor. Doch die Schweizer haben die Gefahr erkannt und lassen sich einiges einfallen, um ihre zauberhafte Bergwelt zu erhalten.
Der Film begleitet die Hirtin Lean, die mit 900 Schafen den Sommer hoch oben in den Bergen so verbringt wie Schäfer vor Hunderten von Jahren. Er zeigt, was die Schweizer*innen alles tun, um ihre alten Traditionen zu erhalten. Staatliche Fördergelder für die Almbauern gehören genauso dazu wie die Wolle der Schweizer Schafe, die seit einigen Jahren wieder vermarktet wird. Es geht darum, neue Wege zu finden, um die einzigartige Landschaft der Schweizer Alpen auch in Zukunft zu erhalten.

Mittwoch, 09.03.2022, 07:20 Uhr

Hochspannungsleitungen und ein Großkraftwerk.

Was tut sich eigentlich in der Energiewende?
MDR 14'06''

Damit Deutschland aus eigener Kraft klimaneutral werden kann, muss der Anteil der erneuerbaren Energien verfünffacht werden. Wie realistisch ist das?

Naturparadiese mit Zukunft
Kongo: Schutz für den Gorillawald

WDR 11'54''

In den riesigen Regenwäldern im Norden der Republik Kongo geschieht etwas Außergewöhnliches: Hier arbeiten Holzfäller, die den Wald nicht zerstören, sondern durch ihre Arbeit zum Erhalt der Tropenwälder und ihrer Artenvielfalt beitragen. Dieses kleine Wunder gelingt, weil sich zwei Holzfirmen verpflichtet haben, in ihren Wäldern eine „nachhaltige“ Forstwirtschaft zu betreiben. Immerhin auf einer Fläche halb so groß wie die Schweiz!
Noch nicht mal ein Baum pro Hektar wird dort gefällt. Besonders artenreiche Zonen bleiben sogar vollständig von den Kettensägen der Holzfäller verschont. Mehr als ein Viertel der gesamten Waldfläche steht daher unter Schutz. Diese selektive Holznutzung hilft der Tierwelt: 70 000 Gorillas leben allein im Wald des Holzunternehmens IFO — mehr als irgendwo sonst. Ihre Bestände bleiben seit Jahren stabil.
Für die Holzfirmen zahlt sich der schonende Umgang mit der Natur aus, denn die Wälder erholen sich vom Holzeinschlag und können auch in Zukunft genutzt werden. Auch die Menschen in einer der ärmsten Regionen Zentralafrikas profitieren. Die Holzindustrie schafft Tausende dringend benötigte Arbeitsplätze, sorgt für sauberes Trinkwasser und eine Gesundheitsversorgung. Die Bewohner im Norden der Republik Kongo haben erkannt, dass sich der Schutz der Regenwälder auch wirtschaftlich lohnt.
Verantwortungsbewusste Forstwirtschaft in der Republik Kongo — ein Vorbild für andere Tropenwälder auf der Welt.

Donnerstag, 10.03.2022, 07:20 Uhr

Was tut sich eigentlich bei unseren giftigen Altlasten?
MDR 14'27''

Noch heute sind sie in Bitterfeld/Wolfen im Grundwasser giftige Altlasten aus der DDR nachweisbar. Ein gefährliche Hinterlassenschaft.

Nebelschwaden über Bäumen

Naturparadiese mit Zukunft
Ecuador: Hoffnung für die Nebelwälder

WDR 11'46''

Die Nebelwälder in den Anden Ecuadors gehören zu den spektakulärsten Landschaften der Erde. Hier wachsen hunderte Baumarten, auf ihnen farbenprächtige Bromelien und Orchideen. Auch die Tierwelt ist einzigartig. Ob Vögel, große Raubtiere, Frösche oder Insekten: Die Vielfalt der Formen und Farben ist überwältigend.
Diese paradiesischen Nebelwälder sind in Gefahr. Vor allem durch die Viehwirtschaft, der immer größere Waldgebiete weichen müssen. Dabei wirft die harte Arbeit der Farmer kaum Gewinne ab. Doch es gibt Menschen, die das Abholzen der Nebelwälder aufhalten wollen. Einige Andengemeinden haben inzwischen ein anderes Auskommen gefunden – mit der Natur. Sie wollen die verbliebenen Nebelwälder nicht nur schützen, sondern forsten sie wieder auf. Denn intakte Wälder, schillernde Kolibris und wilde Brillenbären locken Tourist*innen und Wissenschaftler*innen an. Die Besucher*innen bescheren den Dorfbewohner*innen ein sicheres Einkommen, und der Wald bleibt erhalten.
Der Film begleitet Menschen, die Bären schützen wollen, von der Natur faszinierte Farmer*innen und Wissenschaftler*innen, die um das Überleben seltener Tierarten und der biologischen Vielfalt kämpfen. Alle eint dasselbe Ziel: Ecuadors Nebelwälder sollen auch außerhalb von Nationalparks erhalten bleiben. Das gelingt, wenn die Menschen vom Erhalt der Wälder profitieren. Ein Vorbild für andere Regionen der Welt, wo der Wald der Viehwirtschaft weichen muss.

Freitag, 11.03.2022, 07:20 Uhr

Was tut sich eigentlich im Straßenverkehr durch Corona?
MDR 14'26''

Seit Frühjahr 2020 hat sich viel verändert, auch unsere Mobilität. Durch das Corona-Virus sind weniger Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, dafür aber zu Fuß und mit dem Fahrrad. Was bleibt davon?

Vögel

Naturparadiese mit Zukunft
Deutschland: Bodensee - Rettung für die Vogelwelt

WDR 11'45''

Der Bodensee ist eines der größten und schönsten Binnengewässer Mitteleuropas. Seit Jahrtausenden ist die Region für ihre fruchtbaren Böden bekannt. Schon vor 4000 Jahren wurden an den Ufern Äpfel geerntet — heute sind die Weine aus den Spitzenlagen der Region weltberühmt. Doch der Erfolg der industrialisierten Landwirtschaft mit ihren Monokulturen fordert seinen Tribut: Die Vogelwelt ist in den letzten 50 Jahren dramatisch geschrumpft. Rund 65 Prozent aller heimischen Vögel sind verschwunden.
Der Ornithologe Prof. Peter Berthold kennt den Grund dafür. Überall, wo großflächig und intensiv Landwirtschaft betrieben wird, haben Vögel und andere Wildtiere wichtige Lebensräume verloren. Es fehlen natürliche Nahrungsquellen wie Wildkräuter, Blütenpflanzen und Insekten.
Im Jahr 2003 begann Peter Berthold dem Vogelsterben aktiv entgegenzuwirken — mit einem simplen wie genialen Plan. Ein engmaschiges Netzwerk aus neu angelegten Weihern, Hecken, Schilfgürteln und Streuobstwiesen soll Vögeln und anderen Wildtieren zurückgeben, was sie zum Leben brauchen. Alles in direkter Nachbarschaft zu Ortschaften und den landwirtschaftlichen genutzten Flächen.
Der Film begleitet dieses einzigartige Projekt, in dem inzwischen zahlreiche Naturschützende, Bauern, Bäuerinnen und Gemeinden zusammenarbeiten. Er zeigt anhand aufwendiger Tierbilder und Luftaufnahmen, wie auch seltene Vögel in eine Region zurückkehren, aus der sie lange verschwunden waren.