Joscha Bartlitz berichtet aus den USA
Joscha Bartlitz berichtet aus den USA für den hr Bild © hr/Joscha Bartlitz

Joscha Bartlitz war für den hr in den USA, um über das Trainingslager von Eintracht Frankfurt zu berichten. Als Reporter ist der Tag fast genauso anstregend wie für die Fußballer.

Wie kann man sich das Leben als Reporter beim Trainingslager der Eintracht vorstellen?

Ich war für den hr als VJ, also Fernsehreporter und gleichzeitig Kameramann, Radioreporter sowie Online- und Social Media-Reporter vor Ort – es gab also viel zu tun ... Meistens begann der Arbeitstag vor dem Frühstück – als ich erste Infos über neue Entwicklungen gecheckt habe. Dann ging's zur ersten Trainingseinheit. Mittags standen Interviews auf dem Programm – daraus sind O-Töne und Beiträge für die diversen Kanäle entstanden. Im Anschluss ging es meist direkt zur zweiten Trainingseinheit. Die Bearbeitung dieses Materials konnte dann auch mal bis spät in den Abend gehen. Als Reporter im Trainingslager wurde einem also definitiv nicht langweilig.

Wie wichtig war es, dort auch Kontakte zu knüpfen?

Kontakte zu knüpfen ist in unserem Job, gerade im großen Fußball-Geschäft, extrem wichtig. Die Eintracht hat mit Adi Hütter einen neuen Trainer, natürlich gilt es in einem Trainingslager also auch, den Coach kennenzulernen und viel zu beobachten. Aber eben auch, Präsenz zu zeigen und viele Gespräche zu führen. Man füttert dabei das eigene Informationspolster an und ist näher dran als im Laufe der Saison, da es dort immer häufiger nicht-öffentliche Trainingseinheiten gibt. Gerade für die anstehende Bundesliga- und Europapokal-Spielzeit hilft es dann enorm, wenn man gut vernetzt ist und gute Kontakte hat.

Haben Sie viel erfahren, was nicht berichtet wird?

Was offiziell gesagt wird, berichte ich auch. Aber man muss auch das richtige Maß finden. Manche Dinge reichen in den Persönlichkeitsbereich von Spielern oder Verantwortlichen hinein oder sind auch für die öffentliche Berichterstattung nicht relevant. Manchmal hilft es auch, bestimmte Informationen zu haben, die man in der Saison verwerten kann. Im Zweifelsfall halte ich Rücksprache mit dem Presseteam der Eintracht. Aber gerade als öffentlich-rechtliche Berichterstatter unterliegen wir nicht der Zensur. Daher muss auch Kritik erlaubt sein – sofern die Informationen dazu berechtigen.

Eine letzte sportliche Frage. Wie wird die Saison von Eintracht Frankfurt mit Adi Hütter?

Beides sind noch große Fragezeichen. Das Eintracht-Team ist komplett neu formiert, extrem wichtige Spieler haben den Klub verlassen, allen voran Kevin-Prince Boateng. Noch fehlen mir jetzt die Typen in der Mannschaft, die voran gehen. Aber ich denke, dass noch etliche Neuzugänge folgen werden, zumal Eintracht Frankfurt für die Europapokalsaison auch einen breiteren Kader braucht. Noch ist es nach nur zwei Wochen Vorbereitung auch zu früh, um das wirklich realistisch einschätzen zu können. Aber ich bin gespannt auf die neue Saison unter Adi Hütter. Er ist ein anderer Typ als Vorgänger Niko Kovac, lässt immer wieder das schnelle Umschaltspiel sowie Pressing und Gegenpressing trainieren. Das verspricht möglicherweise spektakulären Offensiv-Fußball. Den lieben die Fans in Frankfurt ja – und wir Reporter natürlich auch.