Angelika Bierbaum mit Sektglas im hr2-Studio.
"Ich darf Silvester mit unseren Hörerinnen und Hörern verbringen – schöner geht es nicht", sagt Angelika Bierbaum. Bild © hr

An Silvester übernimmt die Chefin: hr2-kultur-Leiterin Angelika Bierbaum moderiert seit 22 Jahren die "hr2-Rätselbar"– seit 15 Jahren in Doppelmoderation mit Florian Schwinn (hr2-kultur). Im Interview verrät sie das Erfolgsgeheimnis der beliebten Quizsendung und wie es sich anfühlt, Silvester immer im Studio zu verbringen.

"hr2-Rätselbar" ist seit 1997 bundesweit die einzige Quizsendung im Kulturradio an Silvester. Wie sind Sie damals auf die Idee gekommen?

Am Silvesterabend sendeten damals die meisten Kulturradios "Die Fledermaus" von Johann Strauss. Nichts gegen "Die Fledermaus", die ist wirklich toll, aber ich fand das immer so einfallslos und wollte gerne eine Interaktion mit den Hörerinnen und Hörern haben, etwas Verbindendes. Am Tag der ersten Sendung waren wir dann ängstlich: Was machen wir, wenn niemand mitspielt? Aber dann kamen die ersten Anrufe und es ging unglaublich gut los.

Was ist das Besondere an der Sendung?

Wir machen kein elitäres Wissensrätsel. Jeder, der genau hinhört, hat eine Chance, alle Rätselteile zu lösen. Das Lösungswort ergibt sich über den Abend verteilt aus insgesamt acht Audiocollagen aus Tönen, Geräuschen und Musik – jede dauert ungefähr eineinhalb Minuten. Aus Hörerfreundlichkeit haben wir eine feste Struktur, alle zwanzig Minuten folgt eine neue Collage. Es reicht schon, ein paar davon zu erkennen, um zu lösen. Wenn man zusammen mit Freunden oder der Familie zuhört, dann ergänzt man sich einfach. Um halb zwölf ist Einsendeschluss, dann losen wir die Gewinner aus. Gegen 23:50 Uhr telefonieren wir dann live in der Sendung mit der Hauptgewinnerin oder dem Hauptgewinner, was immer sehr nett ist.

Weitere Informationen

"hr2-Rätselbar"

Rätsel, Literatur und Musik zum Jahresausklang. Am Montag, 31. Dezember 2018, ab 20.04 Uhr in hr2-kultur. Dieses Jahr ist der Hauptgewinn eine achttägige Studiosus-Reise durch Apulien – hinzu kommen noch viele weitere Preise. Hier finden Sie das Silvesterrätsel.

Ende der weiteren Informationen

Es gibt mittlerweile sogar eine kleine Rätselbar-Fangemeinde …

Das kann man so sagen. Es macht Spaß zu lesen, von wo Menschen zuhören und mitmachen. Wir haben eine Hörerin, die in Kalifornien am Strand miträtselt – sie ist jedes Jahr dabei. Auch eine junge Brasilianerin, die Deutsch lernen wollte, hat uns schon geschrieben. Wir bekommen jedes Silvester rund eintausend richtige Lösungen zugesendet, natürlich aus Hessen, aber auch aus dem ganzen Bundesgebiet. Das zeigt, dass wir mit der Sendung den richtigen Riecher hatten und eine Leerstelle besetzen konnten.

Feiern Sie dann mit Ihrem Team im Studio Silvester?

Neben Florian Schwinn und mir sind noch ein Hörfunkproducer, eine Producerin und drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Anrufe und Mails beantworten, mit im Studio. Wir stoßen nach Mitternacht zwar kurz zusammen an, aber die Produktion erfordert viel Konzentration – wir wollen dann alle nur noch nach Hause.

Sie haben seit mehr als zwei Jahrzehnten Silvester im Studio verbracht. Werden Sie noch zu Silvesterfeiern eingeladen?

Nein. Meine Freunde wissen, dass ich immer verplant bin, schalten aber das Radio ein. Zweimal habe ich die Sendung nicht moderiert. Letztes Jahr war ich krank und einmal wollte ich meinen Kindern einen Wunsch erfüllen. Sie sagten, dass sie es total doof fänden, dass ich an Silvester immer weg sei. Ich habe dann alles vorbereitet und mich von einer Kollegin vertreten lassen. Das war die Weihnachtsüberraschung für meine Kinder. Dann kam der Silvesterabend, wir sind zu Freunden mit Kindern im gleichen Alter gegangen. Nach kurzer Zeit waren die Kinder verschwunden und haben den ganzen Abend gespielt. Ein paar Wochen später fragte ich meine Jungs: "Und, wie läuft das mit dem nächsten Silvester?" Sie sagten: "Ach wir wissen ja jetzt, wie das ist, wenn du an Silvester da bist. Du kannst nächstes Mal wieder moderieren."

Haben Sie das Gefühl, die letzten Jahre etwas zu verpasst haben?

Nein, ich darf Silvester mit unseren Hörerinnen und Hörern verbringen – schöner geht es nicht.