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Kick-Start für die Karriere: 2013 gewann Benedict Preis den vierten Platz beim hr-Schülerfilmwettbewerb "Meine Ausbildung". Heute studiert er das Fach "Filmproduktion" und erhielt für sein letztes Projekt – fast – den Studenten-Oscar.

Wie reagiert jemand, der erfährt, dass er für einen "Oscar" nominiert ist? "Die Freude kommt peu à peu", sagt Benedict Preis. Seit zwei Jahren studiert der Hesse an der Filmakademie Baden-Württemberg. Mit einem Team von Leuten setzte er den Film "Freibadsinfonie" um, einen Episodenfilm, in dem es um Liebe, Tod und Vergänglichkeit geht. "Wir waren schon stolz, dass die Schule unseren Film bei der ‚Academy of Motion Picture Arts und Sciences‘ für den Studenten-Oscar eingereicht hat", erzählt er. Im Herbst schauten sie dann auf die Homepage der Amerikaner und entdeckten bei den sieben offiziell Nominierten für die Kategorie "Internationaler Spielfilm" tatsächlich den eigenen Film. "Wir konnten es nicht fassen!"

Benedict Preis
Stolz wie Oscar? Grund dazu hätte Produzent Benedict Preis. Bild © privat

Ähnlich wie vor fünf Jahren. Da gewann Benedict Preis mit der Film-AG der Oberurseler Feldbergschule beim hr-Schülerwettbewerb "Meine Ausbildung" den vierten Platz. "Mein allererster Film", sagt Preis. Er schrieb damals das Drehbuch und spielte eine der Hauptrollen. "Bleib' dran" erzählte die Geschichte zweier junger Männer, die beide aufgeben wollen. Der eine, weil er nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt, der andere, weil er schon zig Bewerbungen geschrieben hat. Doch schließlich raffen sich beide wieder auf. hr-Redakteur Joachim Meißner kann sich noch gut erinnern: "Der Film hatte eine dynamische Dramaturgie, tolle Effekte und war bildsprachlich durchdacht."

hr-Redakteur Joachim Meißner
hr-Redakteur Joachim Meißner Bild © hr

Joachim Meißner betreut den hr-Videowettbewerb für Schüler seit zehn Jahren. "Allein 2017 haben 50 hessische Schulen und Projekte mitgemacht", erzählt er. Die Schülerinnen und Schüler schreiben Drehbücher, schauspielern, drehen Videos und erzählen filmisch von ihren Ängsten, Träumen, Wünschen oder Fragen zum Thema Ausbildung. "Von der Reportage bis hin zum Spielfilm, Trickfilm und Musikvideo war schon alles dabei", sagt Meißner. "Die Jugendlichen sammeln dabei Medienerfahrung und arbeiten auch für ihre persönliche Zukunft vor, denn ein Filmprojekt zu planen, zu organisieren und umzusetzen ist eine Herausforderung." Über den Erfolg von Benedict Preis, auf den ihn dessen frühere Lehrerin aufmerksam gemacht hat, freut Meißner sich besonders.

Der sieht sich erst im Kommen. "Ich bin ja noch in der Ausbildung, und letztendlich haben wir den Oscar nicht gewonnen." Wenn auch die Nominierung schon ein großer Erfolg ist. Der 24-Jährige hofft, dass sie ihm Türen in der Filmbranche öffnen wird. Sein großer Traum ist eine eigene Produktionsfirma in Ungarn, dem Land seiner Mutter. "Die machen mutigere Filme als hier. Außerdem wird Kunst dort eher finanziell unterstützt." Er bleibt dran.

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