Besuch in Mykolajiw Baerbock bricht Reise nach Drohnenalarm ab

Der zweite Tag des Ukraine-Besuchs war früher zu Ende als geplant: Wegen Drohnenalarms musste Außenministerin Baerbock die Stadt Mykolajiw verlassen. Zuvor hatte sie angekündigt, die humanitäre Hilfe für die Ukraine aufzustocken. Von Georg Schwarte.

Baerbock vor dem ehemaligen Sitz der Regionalverwaltung der Oblast Mykolajiw bei ihrem zweitägigen Besuch in der Ukraine.
Baerbock vor dem ehemaligen Sitz der Regionalverwaltung der Oblast Mykolajiw bei ihrem zweitägigen Besuch in der Ukraine. Bild © dpa
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Außenministerin Annalena Baerbock musste am frühen Nachmittag ihren Besuch im ukrainischen Mykolajiw aus Sicherheitsgründen vorzeitig abbrechen. Bei der Besichtigung einer von Deutschland mitfinanzierten Wasserentsalzungsanlage in der Hafenstadt hatte das Sicherheitspersonal eine russische Aufklärungsdrohne entdeckt. Die gepanzerten Fahrzeuge der Ministerin samt Delegation verließen den Ort umgehend.

Offenbar folgte die russische Aufklärungsdrohne der Kolonne eine Zeit lang bevor sie abdrehte. Die Personenschützer entschieden daraufhin, dass die sicherste Option sei, die Wagenkolonne in Bewegung zu halten. In der Regel erfolgen nach Sichtung von Aufklärungsdrohnen kurze Zeit später Drohnen- oder Raketenangriffe der Russen. Kurz nach Abbruch der Besichtigung gab es in Mykolajiw dann auch Luftalarm.

Die Ministerin musste gestern bereits in Odessa nach einem Raketenalarm spätabends den Schutzraum ihres Hotels aufsuchen. Baerbock hat ihren Ukraine-Besuch mittlerweile beendet und befindet sich auf der Rückreise.

Mykolajiw als Symbol für Putins Zerstörungswut

In der Hafenstadt Mykolajiw hatte Russland im März 2022 das örtliche Verwaltungsgebäude mit einer Rakete angriffen. Das neunstöckige Gebäude wurde in der Mitte zerrissen, es gab 37 Tote und viele Verletzte damals. Die Ruine sei seither zum Symbol der Zerstörungswut Putins geworden, so Baerbock. Aber auch zu einem Zeichen der Widerstandskraft der Ukraine.

Russisches Militär hatte damals zudem das Wasserwerk für die rund 400.000 Einwohner zerstört. Über einen Monat war die Stadt ohne Trinkwasser. Mittlerweile ist - auch mit deutscher Hilfe - die Versorgung wieder gewährleistet.

  • Weitere Unterstützung - und ein sprachliches Geschenk

Aufbauhilfe wird aufgestockt

Baerbock kündigte in diesem Zusammenhang an, die Aufbauhilfe für die Ukraine um weitere 100 Millionen Euro auf jetzt eine Milliarde Euro zu erhöhen. Deutschland, so Baerbock, werde im Juni in Berlin eine Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine ausrichten. Sie sei "ein bisschen stolz", dass Deutschland als eines der ersten Länder bereits jetzt den Wiederaufbau beispielsweise des Hafens von Odessa mit Bundesgarantien absichere.

Mykolajiw war die zweite und letzte Station der Ukraine-Reise der deutschen Außenministerin. Baerbock war gestern gemeinsam mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba überraschend ins südukrainische Odessa gereist. Anlass war der zweite Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine.

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Quelle: tagesschau.de