Übersetzer-App
Einmalige Erlebnisse: Nach Südafrika und Brasilien ist Tim Brockmeier auch bei der FIFA WM 2018 in Russland dabei. Bild © hr/Tim Brockmeier

Eine Übersetzer-App ist für einen deutschen Journalisten in Russland unentbehrlich. hr-Reporter Tim Brockmeier verrät in seinen WM-Notizen, was er hinter den Kulissen und abseits des Rasens in Russland erlebt. Diesmal: Von Duftstoffen, Seifen und Galvani-Beinen.

Ja, das mit dem Kyrillisch/Russisch ist ein wenig schwierig. Man kann in der Regel weder aus dem Geschriebenen, noch aus dem Gesprochenen auch nur einen Hauch Inhalt ableiten. Erstaunlich viele Russen, vor allem in Moskau, sprechen ein wenig Englisch. Viele aber auch nicht. Und dann kommt die Google-Übersetzer-App ins Spiel. Die wurde freundlicherweise auf unseren Diensthandys installiert, funktioniert aber leider nicht immer zuverlässig.

Gestern jedenfalls  bin ich in einen kleinen Laden in der Nähe meines Hotels, um mir eine Haarbürste zu kaufen. Hab meine zu Hause vergessen. Ja ich weiß, ich hab kaum noch Haare und brauche für die paar Fussel eigentlich keine Bürste. Ist auch mehr so'n mentales Ding. Ich stand also vor der Verkäuferin, die natürlich kein Englisch sprach. Dank Übersetzer-App konnte ich aber vermitteln, um was es ging. Die Verkäuferin las den russischen Text, zog ab irgendwo ins Hintere des Ladens und kam mit einer Auswahl an Haarbürsten zurück. So weit, so gut. Ich wählte eine aus, konnte aber nicht bezahlen. Nur Barzahlung möglich, wie sie mir in mein Handy tippte. Ich hatte aber nur meine Kreditkarte dabei. Also tippte wiederum ich in meine Übersetzer-App folgendes ein: "Ich habe selten eine so gutaussehende und freundliche Verkäuferin getroffen. Ich hole schnell Bargeld und bin sofort wieder bei Ihnen."

Ja, sie war hübsch, und ein bisschen Flirten ist ja wohl erlaubt. Sie las interessiert meinen Text, nahm das Handy und tippte ihrerseits einen russischen Text ein. Ich drückte auf "Übersetzen" und las Folgendes: "Vielen Dank. Bei Problemen haben wir auch Duftstoffe und Seifen für germanische Galvani-Beine" ...

Unter kurzer, aber sehr kritischer Geruchsprüfung meiner Achselhöhle verließ ich sehr schnell den Laden. Hab woanders eine Bürste gekauft.

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